Leitfaden zur Lösung kubischer Gleichungen
 
                  In der Schulmathematik wird das Lösen von  kubischen Gleichungen nur am
                  Rande behandelt.
                  Bei einer gegebenen Gleichung muss hier in der Regel eine Lösung erraten
                  werden oder ist bereits vorgegeben. Dann folgt eine Polynomdivision durch
                  den Linearfaktor . Es bleibt schließlich eine quadratische Gleichung
                  übrig, die mit der Lösungsformel    bearbeitet wird.
 
                  Doch wie geht man vor, wenn bei einer kubischen Gleichung eine Nullstelle
                  nicht erraten werden kann? Wie löst man die allgemeine kubische Gleichung?
 
                  Zunächst einmal hat die allgemeine kubische Gleichung die Form:
 
                                                mit         und   
 
                       Jede kubische Gleichung hat im Bereich der komplexen Zahlen drei Lösungen,
                  wobei eine Lösung stets reell ist. Die anderen beiden sind entweder auch reell
                  oder konjugiert komplex.
 
                  Die allgemeine kubische Gleichung  wird nun durch a dividiert und mittels der
                  Substitution  auf die reduzierte Form gebracht, die folgendermaßen
                  lautet:
                                                                              
 
                                   mit              und     
 
  Man erhält also aufgrund der geschickten Substiution eine kubische Gleichung
  ohne quadratisches Glied, wobei y zur gesuchten Lösungsvariable wird.
  Als nächstes muss - ähnlich wie bei quadratischen Gleichungen - eine Diskrimi-
  nante berechnet werden, deren Vorzeichen über das weitere Vorgehen entschei-
  det.
                                              
 
  1. Fall: D > 0:
 
  Ist die Diskriminante D größer Null, so gibt es eine reelle und zwei konjugiert
  komplexe Lösungen. Nach der Berechnung der Kubikwurzeln von
 
                                und        erhält  man:
 
                                   
  Nach der Rücksubstitution  bekommt man die endgültigen
  Lösungen.
 
 
  2.Fall: D = 0:
 
  Die Diskriminante kann auf zwei Arten Null werden.
 
  Dies tritt einerseits ein, wenn gilt: 
  Folglich ist  und die Ausgangsgleichung hat die dreifache reelle
  Lösung.
                                            
 
  Andererseits ist D = 0, wenn gilt: 
  Hier gibt es dann drei reelle Lösungen, von denen zwei miteinander überein-
  stimmen:
                                                          
  Die Rücksubstitution  ergibt wieder das Endergebnis.
 
  3.Fall: D < 0:
 
  In diesem Fall existieren drei verschiedene reelle Lösungen:
                                              
                          mit                und     
  Um die endgültigen Lösungen zu erhalten, darf auch hier die Rücksubstitution
     nicht vergessen werden.